Streckenflug mit der Ju 52/3m

als Dank für mehr als 10 jährige kostenlose Modellflugplatzpflege

 

Auf der Jahreshauptversammlung der Modellfluggemeinschaft Nienburg von 1971 e.V., im März 2006, erhielten die beiden Mitglieder Klaus Kumke und Helmut Tinnemann als Anerkennung für ihre langjährige Arbeit am Oyler Modellflugplatz einen Gutschein für einen 50 Minuten Flug mit der „ Alten Tante Ju“  D-AQUI von Hannover nach Hamburg.

Am Freitag, dem 18. August 2006 war es soweit, dass der Start erfolgen sollte. Am Vorabend war der Flugkapitän der Lufthansa Gerd Sbanski, ebenfalls Kapitän der Ju 52, langjähriger Freund des Vereinsmitglieds Manfred Wegner und guter Bekannter einiger Modellflieger, auf dem Oyler Flugplatz. Dort musste er erst einmal sein modellfliegerisches Können mit einem zweimotorigen „Twin Star“ unter Beweis stellen. Da der Flug „ zur allgemeinen Zufriedenheit der Modellflieger ausfiel“, konnte am nächsten Tag der Streckenflug in Angriff genommen werden.

Doch wer hatte nach diesem trockenen Sommer mit strömendem Regen gerechnet? Als die Fahrt mit dem Pkw, ebenfalls organisiert von der MFG, in Nienburg um 11.00 Uhr begann, regnete es. In Neustadt goss es und auf dem Flugplatz Langenhagen schüttete es wie aus Kübeln. An einen Start war vorerst nicht zu denken. Zwei Rundflüge der Ju 52 über Hannover, die vor dem Start nach Hamburg erfolgen sollten, mussten wetterbedingt ausfallen. So stand die Maschine einsam und verlassen im Regen auf dem Rollfeld. Erst gegen 15.30 Uhr kam die erlösende Nachricht, dass um 16.30 Uhr zum Flug nach Hamburg gestartet werden kann.

  Vor dem Einstieg in die Maschine, konnte auf dem Flugfeld die Maschine von allen Seiten begutachtet und fotografiert werden. Beeindruckend waren für die Modellflieger vor allem die drei Neunzylinder- Sternmotoren von Pratt& Whitney mit jeweils 600 PS und der hervorragende Zustand der 1936 gebauten Maschine.

  An dem Flug nahm auch der 1. Vorsitzende der MFG  Rolf Zellmann, natürlich auf eigene Kosten, teil. Der Flug begann in Hannover bei guter Sicht. Bereits vor dem Start war den Fluggästen angekündigt worden, dass sich das Wetter in Richtung Hamburg wieder verschlechtern würde und man deshalb auf eine Flughöhe von über 1000 m steigen müsse, um teilweise über den Wolken zu fliegen. So erlebten die Modellflieger  einen Flug in den Wolken, tolle Bilder über den Wolken, prasselnden Regen gegen die Maschine und immer wieder einen kurzen Blick bis zum Erdboden. In den ruhigeren Phasen des Fluges konnten die Fluggäste auch über die Schultern der Piloten ins Cockpit der Maschine schauen.

  Die Landung in Hamburg- Fuhlsbüttel, nach einer Flugzeit von einer knappen Stunde, erfolgte dann in strömendem Regen. Nach dem butterweichen Aufsetzen auf der Landebahn und dem Ausrollen der Maschine dankten die Fluggäste der dreiköpfigen Crew im Cockpit und dem Flugbegleiter mit anhaltendem Applaus für das eindrucksvolle  Flugerlebnis.

  Nach der persönlichen Verabschiedung der drei Modellflieger von Flugkapitän Sbanski, ging, die wiederum organisierte Rückfahrt mit dem Pkw nach Nienburg. Die inzwischen abgetrocknete Autobahn wurde überstrahlt von der Sonne, die am Abend sich wieder zeigte.

  So endete ein erlebnisreicher Tag für die drei Oyler Modellflieger, den sie nicht vergessen werden.